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Last Samurai , The


    | 2003 | Warner Bros. |

Captain Nathan Algren, ein vom amerikanischen Bürgerkrieg schwer gezeichneter Soldat mit hohen Führungseigenschaften, wird von den Japanern engagiert, eine völlig unerfahrene Armee in diesem mit Krieg durchzogenen Land, auf Vordermann zu bringen. Allerdings sollte es in kürzester Zeit geschehen, um die "sagenumwobenen" Samurai Krieger zurückzuschlagen. Dem modernen Japan sind diese Rebellen ein Dorn im Auge, obwohl der Anführer der Samurais Katsumoto ein früherer Gehilfe des Kaisers von Japan war. Die "Befreiung" von Japan schlägt allerdings fehl. Capt. Nathan Algren wird schwer verletzt und gerät dabei in Gefangenschaft der Samurais. Am Anfang mit Argwohn und hasserfüllten Blicken darf sich der Bürgerkriegssoldat jedoch durch Erlaubnis vom Samurai Anführer frei in der Gegend bewegen. Nathan erkennt, dass die Samurais einfache Leute sind, die immernoch in alter Tradition Ackerbau und Viehzucht betreiben und im Grunde garnicht so grausam zu sein scheinen, als man ihm ursprünglich geschildert hatte. Immer wieder holt sich Katsumoto den amerikanischen Kriegshelden zu einer Unterredung, um mehr über das amerikanische Volk zu erfahrenen und natürlich deren Kriege. Doch das "moderne" Japan schläft nicht und zieht im Laufe der Jahre eine schlagkräftige Armee gegen die Samurais entgegen. Nathan ist mittlerweile auch unter den rebellischen Samurais zumindest akzeptiert und er versteht bereits die Riten der ansonsten eher friedlichen Menschen zu verstehen. Nun muss er sich für eine Seite entscheiden, denn die riesige kaiserliche Armee rückt immer näher und diesmal haben die Samurais gegen dieser neuen und modernen Waffentechnik kaum etwas entgegen zu setzen. Nathans Entscheidung die traditionellen Krieger mit der westlichen Strategie auszubilden führt Anfangs zu einen recht guten Erfolg. Doch als die Kanonen der modernen japanischen Armee vorrücken, scheint es ein aussichtsloser und sehr blutiger Kampf zu werden.



Filme mit einem epischen Ausmass sind irgendwie recht selten. Last Samurai bietet uns an, ein bisschen mehr über das Leben der Samurais zu erfahren. Und es sind nicht nur die heldenhaften Krieger, die auf den Schlachtfeldern ihr Leben für den Erhalt des alten Japans herhielten. Hinter diesen Kriegern die traditionell mit Schwert und dicker Rüstung in den Kampf ziehen, stecken durchaus Emotionen und ein ganz entscheidendes weiteres Merkmal: die Liebe zu ihrem Land, den Erhalt der alten japanischen Kultur die durch westliche Einflüsse mehr und mehr zerstört wird. Und Familien besitzen diese Männer natürlich ebenso. Diesen gilt es gleichermassen die Kultur zu lehren und die Familie zu schützen. Japan ist im Umbruch und kämpft quasi (wieder einmal) gegen sich selbst. Diesmal ziehen sie jedoch mit amerikanischer Hilfe zu Felde. Das neue Reich soll "moderner" werden und das geht offenbar nur mit Gewalt, da sich die Rebellen (die Samurais) darauf nicht einlassen wollen. Einerseits sehr nahe mit der wirklichen Geschichte Japans erzählt und andererseits ein Filmwerk von Edward Zwick, dass viel interessante dichterische Freiheit enthält. Ein bisschen unpassend ist da schon Tom Cruise reingeraten, denn irgendwie will das ganze "amerikanische Heldendrama" nicht so recht in einen eher japanischen Hintergrund passen. Vielleicht ist es aber auch Absicht, um es selber als Zuschauer zu erkennen, dass hier wirklich 2 Welten ganz hart aufeinandertreffen. Schauspielerisch gibt sich Tom Cruise da nämlich keine blösse.
Interessant ist, dass das Aufgebot an Statisten für die grossen Armeen und den orpulenten Schlachten anscheinend ohne Computertricktechnik umgesetzt wurde. Es existiert in dem Film eine Menge Dramatik und ebenso sehr viel Gefühlsduselei als auch grosse und häufig in Weitwinkel aufgenommene Kampfszenen der "modernen" Japaner gegen die "traditionsbewussten" Samurais. Trotzdem bekam dieser Film im Kino nur sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Es ist eigentlich äusserst schade, wobei sicherlich "Last Samurai" nicht unbedingt zu den besten Filmen seiner Kategorie zählt. Dabei nehme ich eher den Vergleich zum japanischen Film "RAN", der eine ähnliche epische und interessante Story zur Geschichte Japans und den Samurais beinhaltet.



Das Bild ist sehr gut und überaus Scharf. Selbst in schnellen Kampfszenen behält man den Überblick. Der Regisseur lässt den Zuschauer auch sehr viel Zeit das Schlachtfeld in extremen Weitwinkelaufnahmen zu begutachten, bevor es wirklich richtig abgeht. Das gesamte Szenario ist durchaus spannend inszeniert und wirklich recht interessant koordiniert worden. Eigentlich ist Tom Cruise hier mehr ein Nebendarsteller, denn so häufig wird seine Geschichte nicht weitergeführt. Doch das ist ein eigener Eindruck und muss nicht unbedingt bei den anderen Zuschauern so den Anschein haben.
Der Ton ist mit seinem DD5.1 und analogen Dolby Surround ProLogic hervorragend gelungen, sowohl in deutscher Synchronisation als auch im englischen Original. "The Last Samurai" ist ein "grosser" Film, was heissen soll, das die Bilder und der Ton nur wirken, wenn man ihn im Kino oder zu Hause auf einer grossen Leinwand anschaut. Weitere Sprachen im Ton bietet diese DVD leider nicht an, japanisch wäre hier sicherlich sinnvoll gewesen um auch die Sprachbarrieren zwischen den Amerikanern und Japanern mitzubekommen. Aber das ist nur ein Nebeneffekt, den man getrost ausser acht lassen kann.



Der Film wird sowohl als Einzel- DVD als auch Doppel- DVD Set angeboten. Viel gibt es hier sicherlich nicht zu schreiben, da die Einzeldisk lediglich den Film beinhaltet und ansonsten nichts nennenswertes beigelegt wurde. Das 2er Set gibt es übrigens entweder als Steelbook oder verpackt in einer Plastikhülle. Die Filme nebst die zahlreichen Zusatzfeature auf der 2ten Scheibe sind jedoch absolut identisch. Der Kauf dieser Special Edition ist also lediglich eine Frage des Geschmacks der Hülle.


Original Titel

The Last Samurai

Regie: Edward Zwick
Drehbuch: Edward Zwick, Marshall Herskowitz
Produzent: Edward Zwick, Tom Engelman, Tom Cruise, Marshall Herskowitz
Musik: Hans Zimmer

Darsteller

Tom Cruise (Nathan Algren), Timothy Spall (Simon Graham), Ken Watanabe (Katsumoto), Billy Conolly (Zebulon Grant), Tony Goldwyn (Col. Benjamin Bagley), Hiroyuki Sanada (Ujio), Kovuki (Taka), Shichinosuke Nakamura (Emperor Meiji), Shun Sugata (Nakao), Masato Harada (Omura), Shin Koyamada (Nobutada)

Ton und Bildaten

    

  

  

DVD Daten

148 Minuten

2 DVDs

41 Kapitel


Sprachen:  

Untertitel:         (arabisch)

Deutsch & Englisch für Hörgeschädigte


Genre: Historie/Krieg


Bewertung: