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Die Karte meiner Träume


  | 2014 | DCM / Universum Film |

Auf einer grossen Ranch in Montana lebt der hochbegabte 12 jährige Junge T.S. Spivet zusammen mit der nicht minderbegabten Mutter, dem Vater und seiner älteren Schwester.
An einem schönen Tag klingelt das Telefon wobei der Junge rangeht und informiert wird, dass er zum Smithoneans Institut in Washington D.C. eingeladen ist, da er einen Erfinderpreis erhalten soll.
Am darauf folgenden Tag in aller Frühe packt T.S. Spivet seinen Koffer und startet eine interessante Reise, in der er rückblickend das eigene Leben auf der Ranch aus dem stibitzen Tagebuch seiner Mutter reflektiert. Im Smithoneans Institut erwartet ihn zur Preisverleihung nicht nur die Leiterin des Hauses, sondern ein grosses Publikum, sogar die Presse nebst Fernsehen ist dabei.



In erster Linie muss man den Film Die Karte meiner Träume von Jean Pierre Jeunet dahingehend bewundern, dass die Geschichte um den 12 jährigen Jungen in ruhigen und sehr wenig geschnittenen Kameraaufnahmen erzählt wird. Dazu kommen kräftige Farben unheimlich schöne Weitwinkelaufnahmen, ein voluminöser Rundumklang, wenn sich beispielsweise ein Zug in Bewegung setzt oder für einen kurzen Augenblick die herrlich ausgeleuchtete Landschaft auf der Ranch bewundert werden darf und dabei der Wind über alle Lautsprecher rauscht.
Interessant sind ebenso die Charakterzeichnungen, wie etwa die offensichtlich recht begabte Mutter, die scheinbar in der Insektenkunde recht bewandert ist. So ist neben dem Tagebuch, welches der junge T.S. Spivet später mit auf seine Reise nimmt, eine Menge an aufgespiessten Insekten im Arbeitszimmer zu sehen. Dabei redet sie häufig zu sich selbst und scheint, ähnlich wie der Junge, oft in einer anderen Welt zu sein. dagegen zeichnet man den Vater eher als einen bodenständigen Farmer, der Abends lieber auf seiner Couch sitzt und seinen Whisky schlürft und durchaus auch bei schlechten Wetter sein Frühstück draussen auf seinem Pferd einnimt, während die Familie im trockenen sitzt. Einzig und alleine wirkt die Tochter ein klein wenig blass, wobei das nicht der Darstellerin selber geschuldet ist, sondern mehr die viel zu seltenen Auftritte im Film sind. Sie kommt mehr wie ein typischer Teenager und dadurch vermutlich kaum in dem Film auffällt. So ist die Familie jetzt zwar nicht komplett vorgestellt, aber aufgrund einiger kleinen Themen, die dem Zuschauer durchaus überraschen können, darf hier nicht zu viel verraten werden.



Jean Pierre Jeunet, der Regisseur, hat mit diesem Projekt ein Buch verfilmt, das im Jahre 2009 vom amerikanischen Lehrer Reif Larsen geschrieben wurde und im Original The Selected Works of T.S. Spivet heisst. Dieses gibt es bereits in eine deutsche Übersetzung und kann mit der ISBN 978-3-596-18444-6 aus dem Hause/Verlag S. Fischer in jeder gut sortierten Buchhandlung erstanden werden. Der französische Regisseur lässt sich , ähnlich wie beispielsweise sein Landsmann Luc Besson mit der Entwicklung eines Filmes sehr viel Zeit, weshalb er offensichtlich schon das eine oder andere Angebot entweder ablehnte bzw. im nach einer zu langen Entwicklungszeit wieder genommen wurde. Dennoch darf der Zuschauer neben diesen vorgestellten Film bereits einige grosse Perlen seiner vorherigen Projekte aschauen, wie etwa Die fabelhafte Welt der Amelie aus dem Jahre 2001 oder auch Delicatessen aus dem Jahre 1991.



Zur Filmvorstellung wurde in erster Betrachtung die Bluray Version genommen, in der sich 2 blaue Scheiben befinden. Die erste Disk enthält den Standardfilm, so wie er im Kino gelaufen ist und ebenso auf DVD erhältlich ist. Auf der zweiten Bluray befindet sich die 3D Version, die jedoch hier nicht näher erläutert wird.
Das Bild und der Ton sind sehr gut, wenn auch letzteres zuweilen etwas zu niedrig ausgepegelt zu sein scheint. Gerade während der recht umfangreich gezeigten Zugfahrt, schwankt die Tonlautstärke recht häufig. Das dürfte über einen Fernsehlautsprecher weniger zu hören sein.
Das Bild ist sowohl auf DVD als auch auf Bluray ziemlich klar und sauber geraten. Bildrauschen ist lediglich nur sehr gering wahrnehmbar, was auf einer grossen Leinwand mehr in Erscheinung tritt, jedoch absolut nicht stört.
Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls sehr gut gelungen. Da Die Karte meiner Träume in visueller Hinsicht seine Stärke zeigt, ist es empfehlenswert den Film vorzugsweise auf einer grossen Leinwand bzw. einen grossen Bildschirm zu geniessen.


Original Titel

The Young and Prodigious T.S. Spivet

Regie: Jean-Pierre Jeunet
Drehbuch: Jean-Pierre Jeunet , Guillaume Laurant
Produzent: Lianne Halfon , John Malkovich , Russell Smith
Musik: Denis Sanacore
Roman: Reif Larsen

Darsteller

Kyle Catlett (T.S. Spivet), Helena Bonham Carter (Dr. Clair), Judy Davis (G.H. Jibsen), Callum Keith Rennie (Vater), Niamh Wilson (Gracie), Jakob Davies (Layton), Rick Mercer (Roy), Dominique Pinon (Two Clouds), Julian Richings (Ricky), Richard Jutras (Mr. Stenpock)

Ton und Bildaten

    

  

  

DVD Daten

101 Minuten

1 DVD

20 Kapitel


Sprachen:  

Untertitel:


Genre: Abenteuer


Bewertung: