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Schindlers Liste


| 1993 | Universal Pictures |

Der Beginn des 2ten Weltkriegs. Polen erlebt nach einen aussichtslosen 2 wöchigen Kampf den Einmarsch der Deutschen Soldaten. Hitlers Kampfparolen an die Nation schüchtert nahezu das gesamte Europa ein. Aber es sollte noch viel schlimmer kommen. In Krakau werden die Juden zusammengetrieben und in ein eigens gesperrten Stadtteil (Ghetto) gefangengehalten. Das Leben dort ist mehr ein dahin sterben. Unwillkürlich werden die Juden einfach von den deutschen Soldaten gequält und erschossen. Das ruft einen Unternehmer auf den Plan, der in dieser Situation einen grossen Gewinn für sein Geschäft sieht. Oskar Schindler, Mitglied der NSDAP und Lebemann eröffnet in der Nähe von Krakau ein Emaillewerk und "kauft" als Arbeiter die Juden aus den Ghetto. Das Unternehmen floriert und Schindler gewinnt dadurch immer mehr Ansehen unter seinesgleichen. Doch eines Tages wendet sich das Blatt, denn am Rande der Stadt werden die vertriebenen Juden aus dem Ghetto verschleppt und Schindler verliert dadurch seine Arbeitskräfte. Die ganze Dramatik nimmt seinen Höhepunkt, als herauskommt, dass Menschen aus dem polnischen Arbeitslager nach Auschwitz in ein Konzentrationslager deportiert und dort getötet werden sollen. Das kann der Geschäftsmann Schindler nicht gutheissen und lässt eine Liste "seiner" Arbeiter aufsetzen, die er für eine Munitionsfabrik unbedingt benötigt. Doch Oskar Schindler hat es nicht leicht und muss innerhalb der eigenen Reigen Unsummen an Schmiergelder austeilen und sogar den totalen Bankrott in Kauf nehmen. Am Ende verhilft er etwa 1200 Juden zur Befreiung und Bewahrung der Gaskammer in Auschwitz.



Die Inszenierung von "Schindlers Liste" zeigt keinen Helden, der gegen das Deutsche Reich arbeitete, sondern eher einen Menschen, der mehr oder minder in der Kriegszeit versuchte daraus ein wenig Geld zu machen. Sicherlich wird in vielen Szenen gezeigt, dass neben dem geschäftlichen der Lebemann durchaus Gefühle und Mitleid besitzt. Es ist trotzdem schwer zu beurteilen, was er wirklich für eine Person war. In den heutigen Geschichtsbüchern wird eher beschrieben, dass er trotz seiner politischen Ambitionen für Deutschland ein Retter von verfolgten polnischen Juden gewesen war. Als Mitglied der NSDAP durfte Schindler natürlich nicht ins Kreuzfeuer der Deutschen geraten, die bekanntlich mit derartigen Störenfriede kurzen Prozess gemacht hätten. Zum Kriegsende hin stellte er sich der amerikanischen Armee mit einem Schreiben der befreiten Juden und konnte so einem Todesurteil unter den Alliierten entgehen. Nach der Freilassung hatte Oskar Schindler keinen geschäftlichen Erfolg mehr gehabt und zog sich - laut dem Bericht auf der DVD - nach Argentinien zurück. Dort verstarb er in den 70iger Jahren. In Polen jedoch wird er auch heute noch als Held und Befreier von rund 1200 Juden gefeiert.



Der Film ist komplett in schwarzweiss gehalten und besitzt ein normales Breitwandbild im 16:9 Format. Spielberg wollte mit diesem "Stil" etwas mehr "Echtheit" bewirken, was durchaus gelungen ist. Das Bild wurde im nachhinein noch auf zusätzliche "Alterung" getrimmt. Dann sieht man in diesem Fall schonmal Querstreifen oder kleine Fusel auf dem Bild. Das ist somit eher gewollt als ein Versehen. Insgesamt kommt hierdurch eine wirklich schaurige Atmospähre zum Vorschein. Der Ton ist angesichts der sehr wenigen actionhaltigen Kriegsszenen sehr leise und und ruhig. Häufig finden Dialoge statt und es existieren nur wenig Hintergrundgeräusche. Dennoch befindet sich auf der DVD sowohl eine DD5.1 Tonspur als auch ein deutscher DTS Ton. Sinnvoller macht es allerdings, dass Schindlers Liste im englischen Original angehört wird, um ein stärkeres Gefühl auch von den Sprachbarrieren zu erhalten. Deutsche Untertitel können ja notfalls zugeschaltet werden.



Vorweg für die Zuschauer, die Kriegsfilme á la "Soldat James Ryan" gerne sehen: "Schindlers Liste" handelt nicht vom Krieg selber, sondern gehört in die Kategorie Drama (im 2ten Weltkrieg) hinein. In diesem Film wird auf eine andere Art und Weise das Schicksal der Juden mehr dokumentiert. Daher sollte der Zuschauer sich eher auf einen schweren und teilweise traurigen Film vorbereiten, der Menschenschicksale beleuchtet und den Krieg nicht ansatzweise verherrlicht. Das Doppel DVD Paket beinhaltet den Film, der auf beide DVDs gesplittet wurde. Weiterhin befindet sich auf der zweiten Scheibe eine rund 77 minütige Dokumentation zu Schindlers Rettung der Juden in Polen. Dabei erzählen Zeitzeugen bzw. einige betroffene Menschen aus der damaligen Zeit ihre schrecklichen Erlebnisse. Um zwar so wie Spielberg es anschliessend durch seine Initiative und Organisation "SHOAH" archiviert. Die damalige FSK für Filme hat zwar eine Einstufung ab 12 Jahre freigegeben. Allerdings wäre es hier eher sinnvoll ein solches Publikum nicht alleine vor dem Film sitzen zu lassen. "Schindlers Liste" gehört zu der Kategorie, bei dem die Zuschauer anschliessend über das Thema diskutieren sollten, statt die DVD gleich wieder in das Regal zu stellen.


Original Titel

Schindlers List

Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Steven Zaillian
Produzent: Branko Lustig, Steven Spielberg, Gerald R. & Jerry Molen
Musik: John Williams
Vorlage: Roman von Thomas Keneally

Darsteller

Liam Neeson (Oskar Schindler), Ben Kingsley (Itzhak Stern), Ralph Fiennes (Amon Goeth), Caroline Goodall (Emilie Schindler), Jonathan Sagall (Poldek Pfefferberg), Embeth Davidtz (Helen Hirsch), Beata Paluch (Manci Rosner), Jerzy Nowak (Investor), Eugeniusz Priwieziencew (Waiter), Branko Lustig (Nightclub Maitre d'), Ezra Dagan (Rabbi Menasha Levartov)

Ton und Bildaten

    

  

  

DVD Daten

187 Minuten

2 DVDs
(Film auf 2 DVDs gesplittet)

28 Kapitel DVD 1 (Film)
14 Kapitel DVD 2 (Film)


Sprachen:  

Untertitel:  

Englisch für Hörgeschädigte


Genre: Drama/Historie


Bewertung: