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Schmale Grat , Der


| 1998 | 20th Century Fox |

Im Jahre 1942 werden US Soldaten mit Landungsbooten am Strand von Guadacanal im Südpazifik abgesetzt, um die Insel von den japanischen Besetzern zu befreien. Bevor es jedoch zu einen der blutigsten Kämpfe der Kriegsgeschichte kommt, müssen die amerikanischen Soldaten tief ins Landesinnere vorstossen, wo sich die Japaner auf den Hügeln verbarrikadiert haben; auch unter den Namen "Hügel 210" bekannt. Während des langen Marsches dieser Schützenkompanie (C for Charly) kommen Zweifel und Angst über den Sinn und Unsinn des Krieges auf. Bevor es zu einer der schwersten Schlachten überhaupt kommt, müssen die noch recht jungen Soldaten einen Krieg gegen sich selber führen. Der Kampf und die Überwindung ihrer Angst und zweifelhaften Gedanken. Am Ende dieses Kampfes, hinterlassen die neuen Eroberer eine Zerstörung eines der vielleicht schönsten Paradiese, welche die südpazifischen Inseln zu bieten hat.



Basierend nach Original Dokumenten und Tagebüchern der damaligen Zeit werden amerikanische Soldaten in einem brutalen Kampf gegen die Japaner auf einer der schönsten Inseln überhaupt gezeigt, die eher den Krieg mitmachen müssen als wollen. Die "off"-Stimmen für jeden Soldaten, die in dem Film auftauchen, machen mehr und mehr verständlich wie unsinnig ein solcher Krieg ist. Es zeigt auch am Anfang des Films, wie schnell ein Paradies zur Hölle des Blutes werden kann. Wo die Entwicklung einer wunderschönen Natur Jahrhunderte bzw. sogar Jahrtausende braucht, können Kriege (oder eben die Menschen) innerhalb von ein paar Stunden alles vernichten.
Der Aufbau und die Art und Weise des Films erinnert stark an Apocalypse Now, indem der Vietnamkrieg ebenfalls zum Teil durch die Augen der beteiligten (amerikanischen) Soldaten gezeigt wird. Es ist lediglich ein Krieg, der einen anderen Schauplatz hat. Sehr schade ist es allerdings, dass in "Der Schmale Grat" nur am Anfang die Schönheit der Natur und das Leben der "Eingeborenen" gezeigt wird, bevor die Amerikaner die Invasion beginnen. Es werden hauptsächlich Gedanken der amerikanischen Soldaten mit den Off-Stimmen dargestellt und nicht die der Japaner oder gar das Inselvolk selbst. Vermutlich beschränken sich die Recherchen auch eher auf amerikanische Dokumente. Das Gesicht des "Krieges" wird gelegentlich ebenfalls gezeigt und das mit bombastischen Bildern und Toneffekten. Natürlich immer gepaart mit vielen längeren Schnittfolgen der Schützenkompanie "C for Charly" und ihren entsetzten bis todesängstlichen Gesichtern. Das ganze ist schon ein schauerliches Szenario, das einem geboten wird und man muss immer wieder zuhören, wenn man nicht den Anschluss verlieren will. Denn zwischen dem Kriegsgewirr tauchen öfter mal Traumszenen gewisser Soldaten auf. Und anschliessend wird der Zuschauer wieder in den brutalen Realismus zurückgeholt. Es ist letztendlich sehr gut gelungen, das Grausame mit dem Schönen zu verbinden.



Das Bild ist gegenüber anderen (Anti-)Kriegsfilmen ungewöhnlich farbstark. Natürlich weil der Regisseur die Schönheit der Natur auf den Inseln zeigen wollte. Das hier ein Krieg stattfinden könnte, ist zunächst nicht ganz klar zu erkennen. Doch mit der Zeit verwandeln sich die unheimlich inspirierenden und romantischen Szenen zu der vorher schon erwähnten "Hölle des Krieges und Blutes". Es wurden keinerlei Schwächen des brillanten Bildes erkannt. Jedes noch so kleine Detail war erkennbar und wirkte nicht unscharf.
Ähnlich gut ist es beim Ton, der in der Deutschen Sprache im DD5.1 Tonformat zur Verfügung steht. Die meisten Geräusche sind von der Original englischen Tonspur übernommen worden, offensichtlich nicht nachsynchronisiert; was ich positiv finde. Ob nun die Winde über die Grasmeere rauschen oder Kugelhagel das friedliche Szenario stört, aus jedem Lautsprecher ist das zu hören und man fühlt sich sofort mittendrin. Die Sprache ist sogar einmal mehr als kräftig von vorne oder der Seite bzw. hinten zu hören. Die englische Tonspur bereitete mir vom Verständnis der Sprache her ziemliche Probleme, da sehr schnell gesprochen wurde und vieles wie "verschluckt" erschien. Trotzdem stimmt die Atmosphäre zwischen Bild und Ton.
Die DVD liefert neben den Film den obligatorischen Filmtrailer und diesmal sogar einen akustischen Leckerbissen, sofern einem die "melanesischen" Lieder und Gesänge gefallen. Teile dieser Gesänge sind natürlich im Film ebenfalls zu hören, dann jedoch mit einer Geräuschkulisse.


Original Titel

The thin red Line

Regie: Terrence Malick
Drehbuch: Terrence Malick
Produzent: Robert Michael Geisler, John Roberdeau und Grant Hill
Musik: Hans Zimmer
Vorlage: Novelle von James Jones

Darsteller

Sean Penn (Sgt. Edward Welsh), Adrien Brody (Cpl. Five), Jim Caviezel (Pvt. Witt), Ben Chaplin (Pvt. Bell), George Clooney (Capt. Bosche als Gastrolle), John Cusack (Capt. John Gaff), Woody Harrelson (Sgt. Keck), Elias Koteas (Capt. Staros), Nick Nolte (Lt. Col. Gordon Tall), John C. Reilly (Sgt. Storm)

Ton und Bildaten

    

  

  

DVD Daten

164 Minuten

1 DVD

31 Kapitel


Sprachen:   

Untertitel:  

Deutsch für Hörgeschädigte


Genre: Krieg/Historie


Bewertung: