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Final Fantasy - Die Mächte in Dir


| 2001 | Columbia/Tristar Pictures & Square Pictures |

Jedes Lebewesen enthält einen Spirit, eine Art Macht in Dir. Sie kann eines Tages ausbrechen oder wie in "Final Fantasy - The Spirits within" für die noch überlebende Menschheit zum guten Zweck genutzt werden. Aki Ross, eine Wissenschaftlerin, ist auf der Suche nach diesen ganz bestimmten Spirits. Sie und Dr. Cid haben eine Theorie entwickelt, welche vermutlich gegen die "Ausserirdischen" eingesetzt werden kann, welche vormals die Menschheit und das Leben auf der Erde fast ausgerottet hat. In dieser Theorie gilt es ganz bestimmte und unterschiedliche "Spirits" zu finden, die alle eine entsprechende Macht besitzen und zusammen als eine wirksame Waffe gegen die Ausserirdischen sein könnten. Doch leider haben die beiden Wissenschaftler einen Widersacher im Militärbereich, General Hein. Er ist sich sicher, dass die "Phantome" nur mit konventionellen Mitteln vernichtet werden können. Er schlägt den Hohen Rat vor, die im All stationierte "Zeus Kanone" zu verwenden. Diese setzt einen riesigen Energiestrahl auf die Wurzel allen Übels und soll laut dem General alle Ausserirdischen vernichten. Aber auch die Erde besitzt eine Macht in sich, die tief im Inneren verborgen ist. Die Wissenschaftler sind überzeugt, das "Gaya" dadurch ebenfalls zerstört werden kann. Die Erde wäre so dem völligen Untergang geweiht. Doch als die Phantome in einen der gut gesicherten Städte eindringen, feuert General Hein die Laserkanone ab, mit wirklich fatalen Folgen. Erneut ist der Rest der Menschheit den Ausserirdischen gnadenlos ausgesetzt.



Sicherlich weiss nicht jeder von uns, dass es sich bei "Final Fantasy - The Spirits within" um eine Filmumsetzung der gleichnamigen Spieleserie "Final Fantasy" für die Spielekonsolen handelt. Bekannt wurde das Spiel in den frühen 80iger Jahren, als dieses Rollenspiel das Licht der Welt auf der damaligen NES Konsole erblickte. Die Zeit für 8- und 16- Bit Konsolen schien kurz vor dem Aus zu sein. Die ersten Heimcomputer standen bereits in den Wohnzimmern. Die Zukunft sah für Final Fantasy eher mau aus. Doch die Firma "Square", die mit diesem Spiel einen Meilenstein geboren hat, wagte dennoch einen Versuch ihr Spiel an den Mann bzw. der Frau zu bringen. Etwa alle 2-3 Jahre kam eine Fortsetzung auf den Markt, bis das Spiel zum ersten mal auf der Playstation (1) mit völlig neuen Grafikkonzept dann endgültig den Siegeszug in Sachen Konsolen- Rollenspiel antrat. "Final Fantasy VII (7)" bot erstmals 3D Graphik in einem solchen Genre an. Auch war das Spiel tatsächlich schon richtig filmreif in Szene gesetzt worden. Viele erledigte Aufgaben endeten mit einer fulminaten und sogenannten "FMV" Sequenz. Dazu kommt noch, dass dieser Teil eine wirklich epische Geschichte besessen hatte und man sich als Spieler sehr gut mit den Charakteren identifizieren konnte. Zudem war das gesamte Rollenspiel auf insgesamt 3 CDs verteilt, was ja bereits einen ordentlichen Spieleumfang vermuten lässt. Wer in "Final Fantasy VII" wirklich alles erleben wollte, musste sich mindestens 70-80 Stunden an die Konsole klemmen; meine Faszination übertraf sogar die Zeit in 3telliger Höhe locker. An diesen Erfolg geknüpft kündigte man unter dem neuen Label "Squaresoft" und später "Square/Enix" weitere Spiele in dieser Form an. Im Jahre 2000 wurde das Rollenspiel sogar mit dem 11ten Teil für die Internetwelt zugänglich gemacht.



Es war sicherlich nur eine Frage der Zeit, wann es den ersten Film zu dieser erfolgreichen Rollenspielreihe geben würde. Square selber gründete hierauf eine eigene Filmproduktion und heraus kam leider nur ein mässig erfolgreicher Kinostreifen. "Final Fantasy - The spirits within" ist ein komplett am Computer entwickelter Film, der in technischer Hinsicht brillant gemacht wurde. Thematisch setzt er sich allerdings von der Spielereihe ziemlich ab. Natürlich gibt es eine Menge kleine Merkmale, welche hie und da an die Spiele erinnern. Etwa der "Lebenssaft" des Planeten; auch "Gaya" genannt gehört nahezu überall dazu wo Final Fantasy draufsteht. Was aber am Computer an Details so perfekt und wirklich sehr schön umgesetzt wurde, wird durch die lasche Story und den eher gesichtslosen Charakteren wieder kaputt gemacht. Es reicht nunmal nicht aus, wenn man tolle Bilder abliefert, die dazu noch einen extrem guten Sound besitzen, wenn letztendlich dann über die gesamte Spielfilmzeit eigentlich garnichts wirkliches passiert. Vor allen Dingen, wenn man den Namen Final Fantasy hierfür verwendet. Die Enttäuschung war gross, als der Film in die Kinos kam; insbesondere für die eingefleischten Fans, die die gleichnamige Spielereihe sehr gut kannten. Kurzum musste das "Square" wohl einsehen und schloss laut Internet Recherche die Filmproduktion wieder. Trotzdem wurden mit den Hauseigenen Supercomputern noch ein paar kleinere und grössere Filmprojekte unterstützt. In "Animatrix" sieht man das im Einleitungskurzfilm: "Der letzte Flug der Osiris". Einige Jahre später wurde dann tatsächlich nochmal ein Versuch gestartet einen reinen Film in Kinofilmlänge auf DVD herauszubringen. "Final Fantasy VII - Advent Children" ist ein Geschenk exklusiv für die Spielefans. Hier wurde dann tatsächlich der Wunsch der Spieler erfüllt. Man nahm das Thema aus der 7ten Spielefolge und führte es in den nur auf DVD erhältlichen Film einfach weiter. Dieser Stoff ist allerdings wirklich nur für die FF- Freaks geeignet. Es hat mit dieser Vorstellung im Grunde genommen auch rein garnichts gemein.



Kommen wir zurück zu diesem Film. Natürlich ist die verwendete Technik in diesem vollkommen computergenerierten Animationsfilm so ziemlich revolutionär und die Szenen faszinieren durch die starken Bilder und ebenfalls durch einen ordentlichen Detailreichtum. Beispielsweise ist jedes Haar von Aki Ross computeranimiert und es wirkt tatsächlich ziemlich lebensecht. Die Gesichter und überhaupt sämtliche generierten Szenen sind mehr als fantastisch gemacht. In dieser Hinsicht bietet "Final Fantasy" eine Menge Bild mit orpulenten Sound. Doch leider kommen die Charaktere trotz der gut gemachten Mimik im Gesicht dennoch ziemlich emotionslos rüber. Vieles wirkt eher steif und völlig ohne Motivation; wie Computerfiguren eben. Und wie bereits schon vorher erwähnt strahlt dieser Film nicht unbedingt "Final Fantasy" Gefühle aus. Als Fazit bleibt aber zu erwähnen, dass nahezu jeder Zuschauer sich diesen Bild- und Tongewaltigen Streifen anschauen kann, ohne vorher eines der gleichnamigen Konsolenrollenspiele überhaupt angespielt zu haben. "Square" hat in diesem Fall meiner Meinung nach allerdings den schlechteren Kompromiss zwischen Kommerz- und Spezialthema gewählt; dafür wurden sie mit entsprechend wenig Kinogängern bestraft.
Das Bild ist äusserst scharf geraten und in sämtlichen Szenen sind alle Detail erkennbar, wovon es übrigens eine ganze Menge gibt. Die vielen schönen Lichteffekte, welche "Square" auch in den Spielen recht häufig einsetzt, finden sich ebenso im Film selber an vielen Stellen wieder. Hier wurde sicherlich die gesamte Bandbreite der Computertechnik sehr ausgiebig genutzt. Am Ton gibt es genausowenig zu bemängeln. Orpulente Akustikeffekte kommen auf allen angeschlossenen Lautsprechern rüber. Und das sowohl in Dolby Digital 5.1 als auch im analogen Dolby Surround Pro Logic. Die brachial eingesetzte Orchestermusik, untypischerweise diesmal nicht von Nobuo Uematsu komponiert, gefällt und verleiht dem Film durchaus einen epischen Charakter.



In der Gesamtbeurteilung des Films "Final Fantasy - The Spirits within" und der generellen Meinung in diesem Review zeigt natürlich die eigene Vorbelastung als Fan der Spielereihe, die praktisch jahrelang durchaus ein bisschen mein Leben geprägt hat. Es fällt daher äusserst schwer ein nicht subjektives Urteil zum Film zu fällen, wobei allerdings von meiner Seite aus auch garnicht erst der Versuch gestartet wurde. Der Film als solches ist durch die unheimlich schön generierten bewegten Bilder wirklich fantastisch gelungen. Lediglich Story und die etwas steif wirkenden Charaktere trüben das Gesamturteil doch ziemlich, weshalb es auch keine Spitzenbewertung verdient hat. Das 2er DVD Set enthält neben dem Film eine Menge zusätzliche Informationen zum Film bereit. Dokumentationen zur Erstellung von "Final Fantasy - The Spirits within" mit einigen wenigen bis sehr dürftigen Informationen zu den gleichnamigen Konsolenpielen. Ein paar lustige kleine Filmclips sind ebenfalls vorhanden.



Der von mir oben erwähnte andere Film aus dem Final Fantasy Universum, der übrigens exklusiv auf DVD erhältlich ist, nennt sich "Final Fantasy VII - Advent Children". Dieser dürfte allerdings vielmehr für die Fans der gleichnamigen Spiele wirklich interessant sein. Dieses Doppel DVD Set gab es für eine kurze Zeit in Form eines schicken Steelbooks und wird standardmässig in einem einfachen Plastikcase angeboten; ebenfalls mit 2 DVDS.


Original Titel

Final Fantasy - The Spirits within
...Final Fantasy - The Movie

Regie: Hironobu Sakaguchi
Drehbuch: Hironobu Sakaguchi, Al Reinert & Jeff Vintar
Produzent: Hironobu Sakaguchi, Jun Aida & Chris Lee
Musik: Elliot Goldenthal
Vorlage: Konsolenspielreihe "Final Fantasy" (Squaresoft)

US- Synchronsprecher

Ming-Na Wen (Aki Ross), Alec Baldwin (Gray Edwards), Ving Rhames (Ryan Wittaker), Steve Buscemi (Neil Flemming), Peri Gilpin (Jane Proudfoot), Donald Sutherland (Dr. Sid), James Woods (General Hein), Keith David (Ratsmitglied), Kean Simmons (Ratsmitglied), Matt McKenzie (Major Elliot)

Ton und Bildaten

    

  

  

DVD Daten

102 Minuten

2 DVDs

28 Kapitel


Sprachen:  

Untertitel:   


Genre: SF/Fantasy


Bewertung: