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Nintendo Wii


Nintendo WiiIm Jahre 2006 und nahezu recht pünktlich zum Weihnachtsgeschäft brachte Nintendo seinen Gamecube Nachfolger die Wii auf den europäischen Markt. Diese Konsole war eine ziemliche Überraschung, obwohl es sich im technischen Sinne lediglich um eine verbesserte Variante des Gamecubes handelte. Doch innovativ war die völlig andersartige Steuerung. Die Nintendo Wii kann mit nur einer einzigen "Fernbedienung" gesteuert werden, welche auch gleichzeitig als Spielecontroller verwendet wird. Es handelt sich sozuschreiben um eine "Bewegungssteuerung" für die man zwar weiterhin mindestens eine Hand benötigt, dennoch bei einigen Spielen auch ganzer Körpereinsatz gefragt ist.
Die ziemlich kleine und recht unscheinbare Spielekonsole wurde mit der Erstauslieferung in einem glänzenden weiss geliefert, mittlerweile gibt es sie auch in einem schwarz, was sehr edel auschaut, da das dunkle Gehäuse ähnlich wie Klavierlack sehr dezent glänzt. Wie alle Konsolen dieser Generation kann die Wii entweder hingestellt werden, wobei hier in der Verpackung ein schicker Aufsteller gleich beiliegt, oder man legt sie einfach hin. die 4 Gummifüsse halten die sehr kleine und leichte Konsole auf festen Boden. Für den europäischen Markt hat Nintendo in der Standardausführung neben den kleinen Kasten, Aufsteller, eine Fernbedienung, die Sensorleiste auch gleich eine Spielesammlung mit dem Namen "Wii Sports" bzw. "Wii Sports Ressort" beigelegt, welches in Familienkreisen zumindest eine spassige Kurzweil bietet.



Auf der Hauptplatine werkelt ein PowerPC Prozessor von IBM, der in Zusammenarbeit mit Nintendo entwickelt wurde und den Codenamen "Broadway" trägt. Nintendo hat sich zusammen mit ATI zusammengesetzt und heraus kam ein Graphikchip, der "Hollywood" heisst, jedoch auf derselben Prozessorstruktur basiert, wie der damals als Codename bezeichnete "Flipper" Graphikchip, welcher im Gamecube verbaut wurde. Der Arbeitsspeicher ist rund 88MB klein; weiterhin gibt es noch 512MB internen Flashspeicher, wo Spielstände, Internetkanäle, Videos und natürlich auch die Konsoleneinstellungen auf Dauer gespeichert werden können. Das Slot-in Laufwerk liest sowohl die Wii Spielescheiben als auch die 8cm kleinen Gamecube Disks. Wer also noch die alten Spiele und mindestens einen Controller nebst der Speicherkarte vom Gamecube aufbewahrt hat, kann diese mit der Wii komplett weiter nutzen.
An der Nintendo Wii befindet sich neben der obligatorischen Spezial Multi A/V- Buchse noch 2 USB Anschlüsse, eine sehr kleine Buchse für die Sensorleiste, 4 Gamecube Controlleranschlüsse und 2 Speicherkarten Steckplätze (ebenfalls für den Gamecube). Vorne an dem Gerät existiert noch ein Slot für eine SD Karte, die mit dem Update von 2010 nun auch 32GB grosse HC-SD Karten erkennen kann. Zwar kann man so eine Menge Daten fest speichern, können jedoch von der Wii nicht direkt genutzt werden. Wer also auf der extra SD Karte etwas speichert, egal um was es sich handelt, muss diese Daten erst auf den "internen Flashspeicher" zurückkopieren, wenn er diese nutzen möchte. Der letzte noch nicht erwähnte Anschluss hinten an der Konsole ist für das externe Netzteil vorgesehen, welches schön klein ausgefallen ist.



Die Einstellungen für den Bildschirm sind wie es bei den Nintendo Konsolen so üblich ist, recht einfach gehalten. Insgesamt darf der Spieler aus rund 3 unterschiedlichen Modis seine bevorzugte Ansicht wählen. Im Normalfall ist die Konsole auf den niedrigsten Standard bei 576i in PAL auf 50Hz Basis eingestellt. Ob dabei nun ein 16:9 oder 4:3 Fernseher angeschlossen ist erkennt die Wii im Normalfall selbst. Die zweite Einstellung ist im Standard NTSC Fernsehformat mit 60Hz und bietet 480i. Wer einen HD Ready oder HD Bildschirm besitzt, kann den einzigen etwas verbesserten Bildschirmmodus von 480p bei 60Hz verwenden. In Verbindung mit einem Komponentenkabel sehen die Spiele dann auch einen Tick schärfer aus und das Bild macht einen sehr ruhigen Eindruck. Die meisten Spiele unterstützen diese Auflösung. Im Zweifelsfall sollte man auf die Rückseite der Spieleverpackung schauen, dort sollte es die Bezeichnung "EDTV/HDTV" (manchmal mit dem Zusatz "60Hz") stehen.
Leider , wie auch beim Gamecube zuvor, gibt sich die Nintendo Wii lediglich mit analogen Stereo- und Dolby Surround Klang zufrieden. Wer also zwingend digitalen Sound im Format 5.1 haben möchte, muss weiterhin auf die anderen Konsolenvertreter ausweichen. Trotzdem ist der Klang sehr sauber, kräftig und es kracht zuweilen schonmal ordentlich aus allen Audiokanälen. Beispielsweise bietet das Spiel "Super Mario Galaxy 2" einen sehr wuchtigen und stimmigen Sound mit durchaus feinen Surroundklängen. Der Spieler weiss quasi immer, wo gerade etwas passiert. Auch einige Sportspiele wie Fussball oder Tennis machen in Sachen Sound einen sehr guten Eindruck. DVD Filme kann die Konsole nicht verarbeiten und genauso verhält sich sich beim Versuch eine Audio CD in das Laufwerk zu schieben. Diese spuckt er ganz schnell wieder aus.



Kommen wir nun zu der "Bewegungssteuerung". Die meisten Spiele setzen als Eingabegerät die Fernbedienung voraus, welche umgangssprachlich als "Wiimote" bezeichnet wird. Dieser Controller muss mit der Hand bewegt werden um bestimmte Aktionen auf den Bildschirm auszuführen. Auf der "Wiimote" selber befinden sich noch Spieleknöpfe wie "A", "C" etc. für weitere Aktionen und ein "Home" Button mit dem man jederzeit in das Wii Hauptmenü gelangen kann. Um zu erfahren wie die Steuerung wirklich funktioniert und was man mit einer solchen Fernbedienung alles so anstellen kann, sollte der Spieler in der Praxis einmal in einem Geschäft oder bei seinem Nachbarn oder auch Freund ausprobieren. Die "Wiimote" hat bereits einige Verbesserungen erhalten. So befindet sich nunmehr eine Armschlaufe an dem Gerät und man kann einen Gummiüberzug zum besseren greifen benutzen. Desweiteren wurde ein kleines Zusatzgerät entwickelt, welches man am unteren Ende der "Wiimote" festklemmt uns somit den Spieler eine deutlich verbesserte Steuerung erlaubt, es nennt sich "Wii Motion Plus". Dieser Zusatz ist nur mit sehr wenigen Spielen inkompatibel.
Als weiterer Controller gehört hier noch das sogenannte "Nunchuk", welches mittels einem kurzen Kabel an die "Wiimote" festgeklemmt wird und dank dem Analog Stick und den beiden vorderen Kippknöpfen als wunderbare Spielerweiterung dienen kann. Etwa Shooter und auch Plattformspiele lassen sich so recht simpel steuern. Den kleinen Controller muss man nachkaufen, da er nicht zur Standardausrüstung gehört. Zu guter letzt sollte noch das klassische Gamepad erwähnt werden, welches der Spieler ebenfalls nachkaufen muss und genutzt werden kann, wenn es an der Fernbedienung geklemmt wird, wobei ein angeschlossener "Nunchuck" vorher abgeklemmt werden muss. Das "Classic Pad" wird fast nur für die ganz alten Spielen verwendet, wie etwa den Klassiker Super Mario Bros. , welches man übrigens über den Nintendo Shop kaufen und herunterladen kann.



Die Nintendo Wii kann von Haus aus bereits über Wireles LAN an einem hauseigenen Netzwerk angebunden werden und selbstverständlich so das Internet benutzen. Bei einem kabelgebundenen Netzwerk muss man sich einen entsprechenden USB/RJ45 LAN Adapter nachkaufen. Wer beispielsweise die "Internetkanäle" von Nintendo besuchen möchte, kommt um einen Zugang zum weltweiten Netz nicht herum. Ebenso besitzen einige Spiele einen Online Modus und es gibt spezielle Kanäle wo sich Freunde miteinander unterhalten können. Realisiert wird das, indem man sich einmalig und kostenlos auf der Homepage von Nintendo registriert und für Chats oder bestimmte Spiele die einmalige Konsolen Registriernummer über Internet freischaltet. Hierüber kann der Spieler zusätzlich auch Mails erhalten und selber welche an andere Freunde schicken. Für den Chat gibt es ein spezielles Zusatzgerät, das sogenannte Wii Speak. Mit der Anmeldung zum Chat wird eine einmalige Nummer für den Spieler generiert, die man seinen Freunden mitteilen muss, damit man sich gemeinsam online unterhalten kann.
Spiele gibt es mittlerweile in rauhen Mengen. Hierbei muss man gestehen, dass es sich sehr häufig um ganz schnell gemachte Gelegenheitsspiele handelt. Diese werden i.d.R. 1-2 mal genutzt und landen spätestens danach oder sofort in eine Ecke. Einige besondere Gamecube Spieleperlen sind bereits für Wii nochmals speziell mit der Nutzung der Wiimote (Fernbedienung) nachgelegt worden.
Wer nicht nur auf der faulen Haut sitzen will und sich gerne in spielerischer Hinsicht gerne dabei bewegt, kann mit Nintendo Wii nun auch Sport treiben. Das klingt so erstmal ein bisschen seltsam. Doch mittels der Fernbedienung, einem "Balance Board" z.B. und die entsprechenden Sportspiele (Wii Fit - plus etc.) ist es durchaus möglich, sich ein geeignetes Trainingsprogramm zusammenzustellen und entsprechend Sport und Spiel vereinen. Weiterhin gibt es kleine Hardwarezusätze als Hilfe für Autorennen, Tennis oder auch Golf. In diesen Plastik gehaltenen einfachen "Rohlingen" wird lediglich noch die Wiimote festgeklemmt und schon kann man die entsprechende Aktion bei den vorher genannten Spielen simulieren. Das ist nicht nur ideal, sondern ebenso recht günstig.
Das Fazit: Die Nintendo Wii ist eine Spielekonsole ganz im Sinne für Partys, Familien und auch anderen Menschen, die gerne einfach nur gelegentlich spielen möchten oder sogar gerne beim Spielen bewegen wollen. Für die sogenannten Hardcorezocker bzw. Dauerspieler ist die Wii nicht unbedingt wirklich ideal.

Wii Balance Board